Gesetzliche Rahmenbedingungen
Auflastung über 3,5 Tonnen – das ändert sich
Das Auflasten eines Wohnmobils macht vor allem dann Sinn, wenn schon bei normaler Beladung das zulässige Gesamtgewicht überschritten wird. Es gibt zwar in Deutschland eine gesetzliche Toleranzschwelle von fünf Prozent, in der Praxis sind diese zusätzlichen Gewichtsreserven aber oft nicht ausreichend. Zu beachten ist dabei, dass Überladung im europäischen Ausland unterschiedlich gehandhabt wird und in einigen Ländern schon bei geringer Überladung hohe Strafen drohen.
Fahrerlaubnis
Führerschein
Ändert sich die zulässige Gesamtmasse des Wohnmobils auf über 3,5 Tonnen, hat das Auswirkungen auf die Führerscheinklasse. Bis 3,5 Tonnen reicht ein normaler Führerschein der Klasse B. Für alles, was darüber hinaus geht, wird momentan beim Wohnmobil ein Führerschein der Klasse C1 benötigt. Fahrer, die den Führerschein vor 1999 und dabei die Klasse 3 erworben haben sind fein raus, denn sie sind zum Führen von Fahrzeugen bis zu 7,5 Tonnen berechtigt.
Straßenverkehr
Maximale Geschwindigkeit und Überholverbote
Nach der Auflastung auf über 3,5 Tonnen (bis 7,5 Tonnen) sind auf Autobahnen nur noch maximal 100 km/h erlaubt, auf der Landstraße beträgt die maximal erlaubte Geschwindigkeit 80 km/h. Eventuell gibt es auf bestimmten Straßen zudem Fahrverbote für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Lenker von Wohnmobilen über 3,5 Tonnen müssen sich auch an LKW-Überholverbote halten, sowie Überholverbote bei entsprechendem Verkehrszeichen. Gute Nachrichten: Der Gesetzgeber steuert in dieser Richtung nach und es tauchen vermehrt Ergänzungen an Autobahnen auf, bei denen Wohnmobile vom LKW-Überholverbot befreit sind. Eine übersichtliche Liste aller maximalen Geschwindigkeiten in den europäischen Ländern stellt der ADAC zur Verfügung.
Verkehrsbestimmungen WohnmobileFahrzeugprüfung
Wohnmobil Hauptuntersuchung
Halter von Fahrzeugen, die aufgelastet wurden, müssen auch bei der Hauptuntersuchung die Änderungen beachten, denn Wohnmobile über 3,5 Tonnen unterliegen anderen Vorschriften. In den ersten sechs Jahren nach der ersten Zulassung sind die Fristen alle zwei Jahre, ab dem siebten Jahr muss das Fahrzeug jährlich bei TÜV, DEKRA & Co. vorgeführt werden.
Zusatzkosten
Mautgebühren
In Deutschland ändert sich für Lenker eines Wohnmobils bis 7,5 Tonnen bei der Mautpflicht nichts. In den Nachbarländern sieht das anders aus. Hier erhöhen sich die Mautgebühren teilweise recht deutlich, wenn dein Fahrzeug die 3,5 Tonnen überschreitet. Das gilt vor allem für Österreich: Hier ist über 3,5 Tonnen keine Vignette mehr gültig, sondern wird eine Go-Box benötigt. Eine aktuelle Übersicht findet sich auf den Seiten des ADAC.
Gespannbetrieb
Anhängelasten / Zuggesamtgewicht
Bei vielen Fahrzeugen ist das zulässige Gesamtgewicht des Zuges in den Papieren angegeben. Bei einer Auflastung des Wohnmobils verändert sich auch das maximale Gesamtzuggewicht. Das heißt: Die Anhängelast kann dann je nach Beladungszustand des Fahrzeuges unter Umständen nicht voll ausgeschöpft werden. Das Gesamtgewicht eines Zuges muss mit den tatsächlichen Gewichten von Fahrzeug und Anhänger bestimmt werden und darf die Angaben aus den Fahrzeugpapieren nicht überschreiten.
Beispiel (Zuggesamtgewicht 5500kg): Vor der Auflastung: Zugfahrzeug 3500kg und Anhängelast 2000kg = 5500kg. Nach der Auflastung: Zugfahrzeug 4090kg und Anhängelast 1410kg = 5500kg.
Zusätzlich ist noch der D-Wert der Anhängerkupplung zu berücksichtigen.
Tragfähigkeitsindex
Traglast Reifen und Felgen
Gerne übersehen, aber ein wichtiger Punkt, sind der Tragfähigkeitsindex der Reifen und die Traglast der Felgen. Eventuell ist die werkseigene Kombination aus Felge und Reifen zu schwach für die Auflastung. Sind Serienfelgen (z.B. Fiat Alu-Felgen) montiert, sollte auf jeden Fall ein Gutachten über eine ausreichende Traglast vorhanden sein. Sonst kann es bei der Abnahme zu Problemen kommen. Gibt es kein Gutachten, oder ist die Traglast zu gering, müssen spezielle Felgen mit hoher Tragkraft und tragfähigere Reifen montiert werden.
Vorschriften Ausland
Warnaufkleber in Frankreich
Wer mit seinem Wohnmobil Frankreich ansteuert, muss ein Warnaufkleber bezüglich des toten Winkels am Fahrzeug anbringen. Vorgeschrieben ist die Anbringung an beiden Seiten, vertikal in einer Höhe von 0,9 bis 1,5 Meter, horizontal innerhalb des ersten Meters von der Fahrzeugfront ausgehend. Am Fahrzeugheck muss er auf der rechten Seite kleben, ebenfalls zwischen 0,9 und 1,5 Meter hoch. Verglaste Flächen und Teile der Fahrzeugbeleuchtung dürfen nicht damit beklebt werden. Betroffen sind auch nicht in Frankreich zugelassene Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Wer die Aufkleber falsch anbringt oder ohne Schild unterwegs ist, muss mit bis zu 135 Euro Bußgeld rechnen.
Vorbereitung
Erster Schritt: Wohnmobilgewicht ermitteln
Bei jedem Wohnmobil wird vom Aufbauhersteller das zulässige Gesamtgewicht im Fahrzeugschein eingetragen. Wird das Leergewicht vom zulässigen Gesamtgewicht abgezogen, verbleibt die Nutzlast. Bei den meisten Wohnmobilen ist die Grenze schnell erreicht. Sat-Anlage, Markise, Fahrradträger, Wasservorrat und weiteres Zubehör übersteigen schnell die Reserven. Die Aufbauhersteller geben in der Regel ein reisefertiges Leergewicht nach DIN EN 1646-2 an – Toleranzen von fünf Prozent sind erlaubt. Der erste Schritt sollte also sein, das reisefertig gepackte Fahrzeug inklusive Personen auf eine Waage zu fahren, um das tatsächliche Gesamtgewicht festzustellen.
Durchführung
Auflasten: so gehts
- Verfügbarkeit prüfen: Mit Ihrem Fahrzeugschein prüfen wir, ob ein Auflastgutachten vorliegt.
- Zusatzluftfeder einbauen: Für gängige Chassis Montage einer Linnepe Zusatzluftfederung (AirLift oder AirLift Maxi).
- Rad / Reifenkombination prüfen: Tragfähigkeit muss ausreichend sein.
- TÜV Abnahme und Eintragung: Technische Änderungen müssen von TÜV oder DEKRA abgenommen und in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden.
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Mehr erfahrenWohnmobil auflasten
Häufig gestellte Fragen
Durch eine Zusatzluftfederung an der Hinterachse des Fiat Ducato wird die vorhandene Blattfederung unterstützt bzw. entlastet. Das Fahrverhalten des Wohnmobils wird optimiert und gewinnt mehr Fahrsicherheit und Fahrkomfort.
Wird das Wohnmobil über 3,5 tonnen aufgelastet, ändert sich für den Fahrer einiges. Die wichtigsten Punkte sind der benötigte Führerschein, eventuelle Mautgebühren, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Überholverbote.In einem Ratgeber haben wir die wichtigsten Informationen zu den Veränderungen bei einer Auflastung von über 3500kg zusammengestellt.
Grundvorraussetzung für eine Auflastung ist die Montage unserer Zusatzluftfederung. Soll hier nicht nur das zulässige Gesamtgewicht (ZGG) sondern auch die Hinterachslast erhöht werden, muss evtl. eine neue Rad-/Reifenkombination mit entsprechender Traglast montiert werden. Die Traglast der Reifen als auch der Felgen muss die Hälfte der angestrebten Achslast aufweisen.
Mehr Informationen zm Thema Auflastung finden Sie hier: Auflastung
Wir bieten für viele blattgefederte Chassis durch Montage unserer Zusatzluftfederung Auflastungsmöglichkeiten an. Unter Auflastung erhalten Sie hierzu detaillierte Informationen. Gerne können Sie auch Ihre Anfrage über das fahrzeugspezifische Kontaktformular stellen.
- Einbau der Zusatzluftfederung:Eine Zusatzluftfederung wird an der Hinterachse nachgerüstet und ergänzt die Serienfederung.
- Anhebung der Achslast:Die Zusatzluftfederung trägt das zusätzliche Gewicht und ermöglicht so eine Erhöhung der zulässigen Hinterachslast (bei Nutzung geeigneter Felgen).
- Anpassung des zulässigen Gesamtgewichts:Durch die höhere Achslast und die Fähigkeit des Zusatzluftfederungssystems, das erhöhte Gewicht zu tragen, kann das zulässige Gesamtgewicht des Wohnmobils angehoben werden, z. B. beim Fiat Ducato auf bis zu 4.700 kg.
- Benötigte Schritte:Für die Auflastung ist ein zusätzliches technisches Gutachten und eine Abnahme durch den TÜV erforderlich.
- Die entsprechende Dokumentation muss bei der Zulassungsstelle eingetragen werden.
- Falls eine Erhöhung der Hinterachslast über das serienmäßige Maß hinaus notwendig ist, müssen unter Umständen auch Reifen und Felgen mit höherer Traglast montiert werden.
- Mehr Zuladung:Sie können mehr Ausrüstung mitnehmen, wie z. B. Fahrräder, SUP-Boards, Vorzelte oder weitere Zubehörteile.
- Verbesserter Fahrkomfort:Die Zusatzluftfederung kann das Fahrverhalten stabilisieren, das Aufschaukeln reduzieren und das Fahrzeug ruhiger machen.
- Einstellbares Niveau:Die Zusatzluftfederung ermöglicht es, das Fahrzeugniveau über einen Kompressor anzupassen um das Heck anzuheben, oder abzusenken.
Grundvoraussetzungfür die Auflastung eines Fiat Ducato oder baugleichen Fahrzeuges mit Eurochassis (Heavy)auf 4700 kg ist die Montage unserer Zusatzluftfederung. Da in diesem Fall auch die Hinterachse (auf 2600kg) aufgelastet werden muss, kann es sein, dass ebenfalls eine neue Rad-/Reifenkombination notwendig ist.
Die Traglast der Reifen als auch der Felgen muss die Hälfte der angestrebten Achslast aufweisen.
Das Zuggesamtgewicht des Fahrzeuges bleibt bei einer Auflastung unberührt.
Dadurch kann es sein, dass sich die Anhängelast durch die Auflastung verringert.
Beispiel:
Zuggesamtgewicht: 5500kg
Vor der Auflastung: 3500kg + 2000kg = 5500kg
Zugfahrzeug: 3500kg
Anhängelast: 2000kg:
Zuggesamtgewicht: 5500kg
Nach der Auflastung: 4090kg + 1410kg = 5500kg
Zugfahrzeug: 4090kg
Anhängelast: 1410kg
Zusätzlich ist noch der D-Wert der Anhängerkupplung zu berücksichtigen. Der D-Wert ist das Maß für die Festigkeit der Zugvorrichtung, der nach einer feststehenden Formel berechnet wird. Allerdings spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Ausführliche Informationen finden Sie in unserem Ratgeber: Anhängerkupplung Wohnmobil Ratgeber
Der Einbau einer Zusatzluftfederung AirLift Maxi ist von versierten Monteuren schnell erledigt. Je nach Fahrzeugtyp sind Montage, TÜV-Abnahme und Einweisung durch den Monteur in einem Arbeitstag erledigt. Der Fahrzeugbesitzer muss dann noch die Änderung bei seine Zulassungsstelle in die Fahrzeugpapiere eintragen lassen.
Da jetzt die Hinterachse einer höheren Belastung ausgesetzt werden kann, muss sowohl die Felge, als auch der Reifen die notwendige Traglast besitzen. Dies muss nachweisbar sein. Liegt vom Felgenhersteller kein Gutachten vor, muss eine neue Rad-/Reifenkombination mit passendem Gutachten montiert werden.
Die Traglast der Reifen als auch der Felgen muss die Hälfte der angestrebten Achslast aufweisen.
Unsere Luftfederung AirLift wird schon seit den 1980er Jahren produziert. Bei Bedarf können wir Ihnen gerne eine Bestätigung zur Markteinführung der Luftfederung zukommen lassen.
Mehr zum Thema Wohnmobil Oldtimer auflasten finden Sie in unserem Ratgeber Ratgeber Wohnmobil Oldtimer
Die LINNEPE QuickLift Hydraulik kann Schräglagen von bis zu 4° ausgleichen und sorgt damit für einen sicheren und komfortablen Stand des Fahrzeugs.
Beim Einbau dieser Komponenten handelt es sich um eine Fahrwerksveränderung. Diese muss von einem Sachverständigen begutachtet werden und ist eintragungspflichtig.
Wir empfehlen den Druck in der Zusatzluftfederung vor Nutzung eines Hubstützensystems auf das Minimum zu reduzieren. Vorteil: Das Fahrzeug steht dann tiefer und die Stützen haben einen größeren effektiven Hub. Das ermöglicht den Ausgleich von größeren Schräglagen.