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Ratgeber & Lösungen

Hydraulische Hubstützen am Wohnmobil

Was ist beim Anbau einer hydraulischen Hubstützenanlage zu beachten?

Komfort auf dem Stellplatz

Warum ein hydraulisches Hubstützensystem?

Die meisten Stellplätze sind nicht besonders gerade und das Hantieren mit Unterlegkeilen führt nicht immer zur gewünschten waagerechten Ausrichtung. Im nächsten Schritt müssen dann oftmals noch Stützen abgelassen werden, damit das Fahrzeug nicht mehr schaukelt – und auf dem nächsten Stellplatz geht es dann wieder von vorn los. Ein Grund warum sich viele Wohnmobilbesitzer ein hydraulisches Hubstützensystem wünschen.

Die System-Komponenten:

Hydraulische Hubstützen, die mit spezifischen Adaptern an das Chassis montiert werden
Ölreservoir mit Pumpe
Elektronische Steuerung
Hydraulikleitungen
Bedienteil zur Ansteuerung des Systems
Präzisionsarbeit

Anpassung und Montage

Hydraulische Hubstützensysteme bestehen aus verschiedenen Komponenten, die der Monteur in der Fachwerkstatt an das jeweilige Chassis anpasst. Alle Komponenten werden von den Herstellern genau aufeinander abgestimmt und in der Werkstatt dann entsprechend den individuellen Platzverhältnissen eingebaut.

Technische Abläufe

Funktion der hydraulischen Hubstützenanlage

Ein hydraulisches Hubstützensystem wie zum Beispiel die Linnepe QuickLift Hydraulik besteht aus vier Hubstützen, einem zentralem Hydraulikaggregat, Hydraulikleitungen und einer elektronischen Steuerung. In der Regel wird die Steuerung per Bedienpanel im Fahrzeug angesteuert. Das System fährt selbstständig die vier Stützen aus und richtet das Wohnmobil in kurzer Zeit in der Längs- und Querachse waagerecht aus. Wichtig bei der Ausrichtung: Das Fahrzeug sollte aufbauschonend ausgerichtet werden. Wie beim Linnepe QuickLift Hydraulik werden alle Stützen zuerst bis zum Bodenkontakt ausgefahren. Im nächsten Schritt werden immer nur Stützenpaare bewegt, bis das Fahrzeug die Endposition erreicht hat.

Präzision in zwei Dimensionen

Ausrichtung in der Längs- und Querachse

Das System sorgt für eine stabile Endposition durch koordinierte Bewegungen. Zuerst erfolgt die Ausrichtung in der Längsachse, gefolgt von der Ausrichtung in der Querachse. Durch diesen prozessgesteuerten Ablauf wird sichergestellt, dass keine unnötigen Spannungen auf den Aufbau wirken.

Gewichtsmanagement

Zuladungsreserven beachten

Hydraulische Hubstützensysteme nehmen es problemlos mit hohen Lasten auf, wenn das Fahrzeug in die Waagerechte gebracht wird. Dementsprechend sind die Hydraulikstützen entsprechend dimensioniert und aus massivem Material gefertigt. Zu dem Gewicht der Stützen addiert sich das Gewicht für benötigtes Öl, Pumpe, Schläuche, Montageadapter und Steuerung. Unabhängig vom Hersteller muss mit einem Gewicht von ca. 60 bis 65 Kilogramm gerechnet werden. Es sollten dementsprechend ausreichend Zuladungskapazitäten beim Fahrzeug vorhanden sein. Sind die Zuladungsreserven nahezu ausgeschöpft, lässt sich für das zusätzliche Gewicht in den meisten Fällen durch eine Auflastung mehr Spielraum schaffen.

Bauliche Voraussetzungen

Bodenfreiheit und Montageposition

Hydraulische Hubstützen müssen die vertikale Distanz vom eingefahrenen Zustand bis zum Boden überwinden und dann noch das Fahrzeug in eine waagerechte Position bringen. Je nach Fahrzeug werden ein- oder zweistufige Hydraulikzylinder verbaut, die eine relativ große Distanz abdecken können. Der Platz am Fahrzeugrahmen, an dem die Stütze verbaut wird, muss entsprechende Kräfte aufnehmen können. Die geschulten Fachbetriebe wählen für die Hubstützen die optimale Position, damit keine Verwindungen im Aufbau entstehen. Diese Plätze sind oftmals in der Höhe begrenzt, was die Einbauhöhe einer Hubstütze begrenzt. Deshalb kann es bei manchen Fahrzeugen dazu führen, dass die Hubstützen leicht über den Fahrzeugrahmen hinausragen und die Bodenfreiheit einschränken.

Besonderheit Allrad

Herausforderungen bei 4x4 Fahrzeugen

Ein besonderer Fall sind Allradfahrzeuge, die bauartbedingt eine große Bodenfreiheit besitzen. Die enorme Distanz, die Hubstützen bei solchen Fahrzeugen zur waagerechten Ausrichtung überwinden müssen, verlangen sehr hohe Hydraulikzylinder. Diese ohne Verlust an Bodenfreiheit zu montieren ist in der Regel nicht möglich, was Besitzer von 4x4 Fahrzeugen beachten sollten.

Zusatzoptionen kritisch betrachtet

Wiegefunktion am Hubstützensystem

Eine Wiegefunktion am hydraulischen Hubstützensystem erscheint auf den ersten Blick eine sinnvolle Ergänzung. Die Hersteller, die solch eine Option bei ihren Systemen anbieten geben eine Messgenauigkeit an, die bis auf 3% vom tatsächlichen Gewicht differieren kann. Ist das Fahrzeug bis ans Gewichtslimit (oder darüber hinaus) beladen, kann diese Differenz dazu führen, dass bei einer Kontrolle durch Ordnungshüter ein Bußgeld droht. Das tatsächliche Fahrzeuggewicht sollte deshalb immer noch einmal auf einer geeichten Waage kontrolliert werden.

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Bedienung und Zusatzfunktionen

Ist ein abnehmbares Bedienteil sinnvoll? Die Steuerung der hydraulischen Hubstützensysteme haben meistens zusätzliche Funktionen, wie manuelle Steuerung der einzelnen Stützen, oder auch dass Stützenpaare ausfahren und das Fahrzeug schräg stellen. Zum Beispiel zur einfachen Entleerung des Abwassertanks. Damit der Vorgang einfacher gesteuert und kontrolliert werden kann, hat sich eine Bedienung von außerhalb des Fahrzeuges bewährt.

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Hydraulische Hubstützen

Häufig gestellte Fragen

Hydraulische Hubstützen (LQH)

Die LINNEPE QuickLift Hydraulik verfügt über eine Notbedienung. Sollte die Hydraulik einmal nicht eingeschaltet werden können, können die Stützen über einen Notbedienhebel am Pumpenaggregat manuell eingefahren werden.

Die LINNEPE QuickLift Hydraulik kann je nach Fahrzeugaufbau über die Starterbatterie oder die Aufbaubatterie mit Spannung versorgt werden. Welche Lösung im jeweiligen Fahrzeug sinnvoll ist, entscheidet der autorisierte Fachbetrieb im Rahmen der Installation.

A) Fest installiertes Bedienteil

  1. System einschalten
  2. Manuellen Modus (Handsymbol) aktivieren
  3. Fahrzeug per Wasserwaage exakt in Waage ausrichten (Stützenpaare manuell fahren)
  4. Manuellen Modus verlassen
  5. „Einfahren“ + „Automatische Nivellierung“ gemeinsam ≥ 5Sek. drücken → erster Piep‑Ton = Start Speicherung
  6. Während der Speicherung: Stützen‑Symbole blinken, alle anderen LEDs leuchten dauerhaft
  7. Zweiter Piep‑Ton = Speicherung abgeschlossen
  8. System ausschalten

B) Abnehmbares Bedienteil

  1. System einschalten
  2. Stop‑Taste lang halten → Signalton & Display‑Symbole blinken (Expertenmodus)
  3. Fahrzeug mit Wasserwaage exakt ausrichten
  4. Autonivellierungs‑Taste drücken, bis Quittierungston ertönt

System aus‑ und wieder einschalten, Stützen einfahren → Nullpunkt gesetzt

A) Fest installiertes Bedienteil

  1. System einschalten
  2. Einmalige Bluetooth‑Kopplung (Radius ca. 20 m)
  3. Den Anweisungen in der App folgen

B) Abnehmbares Bedienteil

  1. System einschalten
  2. Stop‑Taste 5–8 Sek. halten Expertenmodus
  3. ALL IN drücken – Display blinkt
  4. In der App Koppeln gedrückt halten und den Anweisungen folgen
  5. Nach Bestätigungssignal endet das Blinken → Kopplung abgeschlossen

Nein, durch den Einbau der LINNEPE QuickLift Hydraulik geht keine Bodenfreiheit verloren.

Die Stützen werdenso tief wie möglich montiert, um einenmaximalen Hubwegzu gewährleisten – jedoch gleichzeitigso hoch wie nötig, damit die Stützennicht der tiefste Punkt des Fahrzeugswerden und somit keine Bodenfreiheit eingebüßt wird.

Die Montage erfolgt immer fahrzeugspezifisch und so, dass ein sicherer Betrieb und ausreichende Bodenfreiheit gewährleistet bleiben.

Die LINNEPE QuickLift Hydraulik ist grundsätzlich wartungsarm. Ein Ölwechsel wird alle vier bis fünf Jahre empfohlen.

Zusätzlich sollten die Kolben der Hydraulikzylinder drei- bis viermal jährlich gereinigt und anschließend mit einem geeigneten Haftschmiermittel, z. B. Würth HHS 2000, neu eingesprüht werden.

Da die Einsatzbedingungen stark variieren können, kann eine häufigere Reinigung notwendig sein – besonders bei hoher Verschmutzung.

Wichtig:
Wenn das Fahrzeug länger unter stark belastenden Bedingungen steht (z. B. mehrere Wochen direkt am Meer, wodurch Salzablagerungen entstehen), sollten die Kolben vor dem Einfahren gereinigt werden.

So wird richtig gereinigt und abgeschmiert:

  1. Kolben ausfahren lassen.
  2. Nur mit klarem Wasser abspülen – keine Reiniger, keine Seifen, keine aggressiven Mittel.
  3. Mit einem sauberen Tuch vollständig trocknen.
  4. Anschließend die Kolben mit einem hochfesten Haftschmiermittel (z. B. Würth HHS 2000) einsprühen bzw. abschmieren.
  5. Kurz einziehen und wieder ausfahren lassen, damit sich das Schmiermittel gleichmäßig verteilt.

Eine Wiegefunktion macht nur dann Sinn, wenn diese auch bei unterschiedlichsten Gegebenheiten (z.B. große Temperaturunterschiede) immer genau wiegt.
Bereits eine Toleranz von nur 3% ergibt bei einem Fahrzeuggewicht von 3500kg eine Abweichung von +/- 105kg.

Aufgrund systembedingter Mess- und Toleranzabweichungen haben wir uns bewusst gegen eine integrierte Wiegefunktion entschieden. Dadurch konzentriert sich die Anlage vollständig auf ihre Kernaufgaben – präzises Nivellieren und maximale Standstabilität.

Nein. Die LINNEPE QuickLift Hydraulik benötigt keine ABE, kein Teilegutachten und muss nicht in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden.

A) Fest installiertes Bedienteil

  1. System einschalten
  2. Symbol Tankentleerung ≥ 5 Sek. drücken
  3. Fahrzeug in gewünschte Schräglage bringen
  4. Symbol Tankentleerung erneut ≥ 5 Sek. drücken
  5. Speicherung abgeschlossen, wenn ein weiterer Piep‑Ton ertönt und die LED erlischt
  6. System ausschalten

B) Abnehmbares Bedienteil

  1. System einschalten
  2. Stop‑Taste lang drücken (Expertenmodus)
  3. Kurz Grauwassertank‑Taste drücken
  4. Fahrzeug in Position fahren
  5. Erneut Grauwassertank‑Taste drücken (Speichern)

Ja, die Anlage ist per App steuerbar. Voraussetzung:LINNEPE App Version V20 und aktivierte Standortfreigabe.

Das Pumpenaggregat der LINNEPE QuickLift Hydraulik kann sowohl innerhalb des Fahrzeugs als auch unter dem Fahrzeugmontiert werden. Bei einer Unterflurmontage wird das Aggregat mit einer Unterflurbox installiert, um es vor Witterungseinflüssen, Steinschlägen und anderen äußeren Einflüssen zu schützen.

Nein, die LINNEPE QuickLift Hydraulik darf ausschließlich von geschulten LINNEPE Service‑Partnern montiert werden. Eine Eigenmontage ist nicht zulässig, da nur autorisierte Fachbetriebe über die notwendige Qualifikation und Erfahrung verfügen, um eine sichere und fachgerechte Installation zu gewährleisten.

Die LINNEPE QuickLift Hydraulik verfügt über eine automatische Sicherheitsfunktion.
Wird der Motor gestartet, während die Stützen noch ausgefahren sind, ertönt ein Warnsignal, und die Stützen fahren automatisch ein. Dadurch wird verhindert, dass Sie versehentlich mit ausgefahrenen Stützen losfahren und Ihr Fahrzeug oder die Anlage beschädigen.

Ja, die LINNEPE QuickLift Hydraulik kann grundsätzlich für den Radwechsel genutzt werden. Es ist jedoch zwingend erforderlich, Unterstellböcke unter das Fahrzeug zu stellen, um die Sicherheit zu gewährleisten und ein Herunterfallen des Fahrzeugs bei einem möglichen Hydraulikversagen zu verhindern.

Ja, die LINNEPE QuickLift Hydraulik verfügt über eine speicherbare Position mit Grauwassersymbol. Über diese Funktion wird das Fahrzeug gezielt auf der dem Grauwassertankablauf gegenüberliegenden Seite angehoben, sodass der Grauwassertank schneller und vollständiger entleert werden kann.

Grundsätzlich ist ein Ausbau der LINNEPE QuickLift Hydraulik sowie eine Übertragung auf ein anderes Fahrzeug möglich. Das betrifft in erster Linie das Hauptaggregat. Je nach Fahrzeug werden jedoch andere Hubstützen benötigt. Zudem müssen die Hydraulikschläuche grundsätzlich erneuert werden. Darüber hinaus bleiben am ursprünglichen Fahrzeug Bohrungen, beispielsweise für das Bedienteil oder die Stromversorgung, zurück. Aus wirtschaftlicher Sicht ist ein Umbau daher meist nicht empfehlenswert. In der Praxis ist es sinnvoller, den Mehrwert der Hubstützenanlage beim bestehenden Fahrzeug zu belassen und das neue Fahrzeug mit einer neuen LINNEPE QuickLift Hydraulik auszustatten.

Die LINNEPE QuickLift Hydraulik hat – je nach Ausführung – ein Gesamtgewichtab etwa 46 kg.

Die Gewichtsverteilung erfolgtin der Regel gleichmäßig auf Vorder- und Hinterachse, kann jedoch je nach Fahrzeugtyp undMontageposition des Pumpenaggregatsleicht variieren.

Für die verbleibende Zuladung bedeutet dies:
Das Systemgewicht reduziert die verfügbare Nutzlast entsprechend, wobei sich die Last
typischerweise gleichmäßig auf beide Achsen verteilt.

Ja, die LINNEPE QuickLift Hydraulik ist grundsätzlich sowohl mitAnhängerkupplungenals auch mitLastenträgernkombinierbar.

Wenn eine Anhängerkupplung oder ein Lastenträger vonLINNEPEverbaut ist, ist die Montage der Hubstützenanlage in der Regel problemlos möglich.
Bei Anbauteilen anderer Hersteller
sollte die Montagemöglichkeit individuell geprüft werden.
Hierzu empfiehlt es sich, dem LINNEPE‑Serviceteam
Fotos der vorhandenen Anbauteilezur Verfügung zu stellen.